Wenn ein Bauvorhaben wie die neue Kita der Stephanus-Stiftung in Ahrensfelde umgesetzt ist, machen sich Verantwortliche der KD-Bank gerne persönlich ein Bild davon, was ihr Kredit alles Gutes bewirkt. Fotos: KD-Bank/Andrea Vollmer

Ökonomische Nachhaltigkeit

Offenheit als Maxime

08.05.2026

Die diakonische Stephanus-Stiftung hat in Berlin-Ahrensfelde eine neue Kita gebaut. Die Einrichtung verfolgt ein modernes pädagogisches Konzept und kooperiert eng mit der örtlichen Kirchengemeinde. Die KD-Bank fungierte als Finanzierungspartner des Bauvorhabens.

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Kita-Leiterin Kathleen Scholz lebt dieses Miteinander Tag für Tag. Foto: KD-Bank/Andrea Vollmer

Wie wäre es heute mal mit einem Rollenspiel im Familienraum? Anschließend im Werkraum ein Holzbrettchen verzieren? Vielleicht noch ein paar Bilderbücher in der Bibliothek ansehen? Den Kindern in der Kita Ahrensfelde stehen täglich jede Menge Möglichkeiten offen, um ihren Interessen nachzugehen, Neues auszuprobieren oder sich in den verschiedenen Themenräumen und im Miteinander einfach nur wohlzufühlen.

Führen mit Freiräumen

Die Kinder sind keinen festen Gruppen zugeteilt. In der Kita gilt ein offenes pädagogisches Konzept. Die Entscheidung, in welchen Themenräumen sie sich im Laufe des Tages aufhalten, treffen sie aber nicht allein. Während ihrer gesamten Kita-Laufbahn steht ihnen immer eine feste Bezugsperson aus dem Kita-Team zur Seite. 17 pädagogische Fachkräfte insgesamt setzen sich so dafür ein, dass die Kinder betreut und in ihrer Entwicklung, ihren Fertigkeiten und Fähigkeiten gefördert werden. Zusätzlich sorgt in jedem Themenraum jeweils eine Fachkraft für Struktur und Inspiration.

„Das offene Arbeiten ist auch in anderen Einrichtungen der Stephanus-Stiftung etabliert“, sagt Kita-Leiterin Kathleen Scholz. „Unsere Kita ist jedoch räumlich konsequent darauf ausgerichtet. Das erleichtert die Umsetzung enorm und wird von Team und Eltern sehr geschätzt.“

Mensch und Umwelt im Blick

Die ökologische Nachhaltigkeit spielte bei Planung und Ausführung des Gebäudes eine große Rolle. Möglichst keine fossilen Energieträger nutzen – dieses Ziel verfolgt die Stephanus-Stiftung bei Sanierungen. Es galt auch für den Kita-Neubau in Ahrensfelde. Drei Wärmepumpen heizen das Gebäude. Eine hochwertige Dämmung, dreifach verglaste Fenster und eine hitzeresistente Dachbegrünung sind weitere Elemente der nachhaltigen Gebäudegestaltung.

Foto: Stephanus-Stiftung

Enge Zusammenarbeit von Kita und Kirchengemeinde

Ein zentrales Element im Kita-Alltag ist die Zusammenarbeit mit der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ahrensfelde – Mehrow – Eiche. Die Stephanus-Stiftung legt bei ihrer pädagogischen Arbeit großen Wert auf christliche Inhalte. Unabhängig von der religiösen Orientierung der Familien sollen Werte wie gegenseitiger Respekt und das Gefühl von Geborgenheit in Gemeinschaft vermittelt werden. Viele Ereignisse im Kirchenkalender werden gemeinsam mit der Gemeinde gefeiert und im Kita-Alltag gewürdigt: Ostern, Himmelfahrt, Erntedank, Sankt Martin, Nikolaus, Advent …

Die Kirchengemeinde unterstützt die Kita-Bibliothek mit christlichen Büchern. „Zum Basteln der Weihnachtsdeko für die Kita kommen die Kinder in unsere Dorfkirche. Wir singen auch gemeinsam und es gibt Puppentheater und Kinderfasching mit unserer Gemeindepädagogin Marian Rother“, erzählt die Vorsitzende der Gesamtkirchengemeinde Annette Gnilitza.

Die Partnerschaft ist auch der Grund, warum Ahrensfelde überhaupt eine neue Kita erhielt: Die Kirchengemeinde stellte der Stephanus-Stiftung das 4.750 Quadratmeter große Grundstück für den Bau einer Kita zur Verfügung – in Erbpacht. Die Kommune wollte selbst nicht bauen. Im Januar 2023 begannen die Bauarbeiten des Neubaus mit 1.440 Quadratmetern Nutzfläche und großem Außengelände.

Foto: KD-Bank/Andrea Vollmer

Zahlen und Fakten zur Kita Ahrensfelde

  • In der Kita haben maximal 145 Kinder Platz; in der noch laufenden Aufbau­phase sind es aktuell 110.
  • Ein- bis Dreijährige mit einer intensiveren Betreuung sind im ­Krippen­bereich, ältere Kinder bis zum Schulalter im Elementarbereich.
  • Die Kita Ahrensfelde ist die 13. Kita der Stephanus-Stiftung, die mit ihren 4.600 Mitarbeitenden insgesamt rund 10.000 Menschen unterstützt.

In vielen Sprachen willkommen

„Mit Wohnungen und Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung, Pflegeheimen, Kitas, Schulen, Beratungsstellen und Hospizdiensten erfüllen wir an 140 Standorten in Berlin und Brandenburg unseren Satzungszweck: Menschen in besonderen Lebenslagen zu unterstützen”, sagt Harald Thiel, kaufmännischer Vorstand der Stephanus-Stiftung. „In der Regel realisieren wir Bauprojekte mit Partnern. In Ahrensfelde haben wir uns entschieden, alleiniger Bauherr zu sein. Das bot uns die Chance, das pädagogische Konzept auch baulich umzusetzen, war aber wegen Corona und der danach explodierenden Preise für Baumaterial auch extrem anspruchsvoll“, so Thiel. „Heute sind wir sehr glücklich mit dem Ergebnis, das wir dank der engen Kooperation mit der Kirchengemeinde und der Kommune sowie des Einbezugs eines Totalübernehmers erzielt haben. Das Konzept bewährt sich: Die Kita steht für christliche Verbundenheit und Weltoffenheit.“

„Der Neubau ist absolut gelungen und nachhaltig. Nachhaltig bedeutet bei uns immer, den Dreiklang aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem zu denken.“ Harald Thiel,
kaufmännischer Vorstand der Stephanus-Stiftung

Offen für digitale Angebote

Zum April 2024 hieß die Kita die ersten Kinder willkommen – viele von ihnen aus dem nahen Neubaugebiet, das einmal direkt an die Kita angrenzen wird. Ahrensfelde ist ein Zuzugsgebiet im Nordosten Berlins: für Menschen aus vielen Gegenden Deutschlands und aus dem Ausland.

Wer die Kita betritt, wird an der Eingangstür in bunten Buchstaben mehrsprachig begrüßt. Ein Wandbehang – ein Einzugsgeschenk der Kirchengemeinde – zeigt den Baum des Lebens. Um ihn sind Kinder unterschiedlicher Herkunft vereint. Integration und Inklusion haben einen festen Platz in der Kita der Stephanus-Stiftung und wurden auch architektonisch berücksichtigt: Die beiden Stockwerke sind barrierefrei. Ein Fahrstuhl verbindet sie. Für Kinder, die längere Ruhephasen benötigen, gibt es einen „Snoezelen-Raum“: mit weißen Polstern, Sternenhimmel und einer durchsichtigen Wassersäule, in der es entspannend blubbert.

Ein weiteres Beispiel für die Offenheit der Kita Ahrensfelde ist die „Kita Care App“. Über dieses Tool kann das Kita-Team mit den Eltern individuelle Informationen zu deren Sprösslingen teilen, beispielsweise ein Foto von einem Bastelerfolg. Eltern wiederum können melden, wenn ihr Kind einmal nicht kommen kann oder wer es abholt.

Andy Uphoff von der KD-Bank (oben links) und die Gastgebenden der Stephanus-Stiftung Matthias Völzke (oben rechts), Kathleen Scholz (Bildmitte), Harald Thiel (rechts), Dörte Jahns (links) und die Vorsitzende der Gesamtkirchengemeinde Annette Gnilitza. Foto: KD-Bank/Andrea Vollmer

Auch für ein Medienpädagogik-Projekt der Aktion Mensch zeigte sich das Kita-Team empfänglich: Ob Tierbeobachtung per Kamera, Tonaufnahmen, Erkundungen mit einer digitalen Lupe: Das Projekt soll den Kindern den Weg in ein digitalisiertes Leben kindgerecht ebnen.

Finanzierung individuell ausgestaltet

Ein Wandbehang im Flur signalisiert: Hier zählt das Miteinander! Foto: KD-Bank/Andrea Vollmer

„Die Kita ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie eine Quartierentwicklung mit gebündelten Kräften gelingen kann. Es gab im Vorfeld eine intensive, aber gute Abstimmung mit der Kommune, in der Kostenrahmen und Refinanzierung abgestimmt wurden“, sagt Andy Uphoff, der das über fünf Millionen Euro teure Bauvorhaben seitens der KD-Bank betreut hat. Die ethisch-nachhaltige Bank hat den Neubau mit einem Kredit unterstützt.

Bei den Konditionen konnten sich Bank und Stephanus-Stiftung auf eine überdurchschnittlich lange Laufzeit verständigen. „Uns ist es immer wichtig, eine Finanzierungslösung zu finden, die die individuellen Bedarfe unserer Kunden berücksichtigt“, so der Abteilungsdirektor Diakonie & Sozialwirtschaft Nord-Ost.

Foto: KD-Bank/Andrea Vollmer

Foto: KD-Bank/Andrea Vollmer