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Mitglieder des Umweltteams der KD-Bank freuen sich über das Siegel des Magazins Capital

Mitglieder des Umweltteams der KD-Bank freuen sich über das Siegel des Magazins Capital, v. l.: Carsten Moritz, Stefan Brenken, Sarah Pieperhoff, Tammo Fehling, Lea Reichel, Christian Müller und Luca Berger. Die weiteren Teammitglieder Dennis Kozlik, Eckhard Wilms, Lukas Köster, Miriam Gottschalk und der Geschäftsführer des Münster Instituts für Nachhaltigkeitsmanagement (MINAM) Prof. Thorn Kring haben am Erfolg mitgewirkt, konnten aber den Fototermin nicht wahrnehmen. Foto: KD-Bank

Platz 1 für die KD-Bank

Über die Auszeichnung

Das Wirtschaftsmagazin Capital hat das langjährige und umfassende Nachhaltigkeitsmanagement der KD-Bank kürzlich mit fünf von fünf Sternen honoriert. Die Hintergründe zu dieser exzellenten Bewertung erläutert Christian Müller, Nachhaltigkeitsbeauftragter KD-Bank, im Interview.

Im Auftrag von Capital hat das Institut für Vermögensaufbau (IVA) das Nachhaltigkeitsmanagement der KD-Bank genau unter die Lupe genommen. Im Vergleich mit 17 anderen Banken konnte die KD-Bank dabei die höchste Punktzahl erzielen und Platz Eins belegen. Zuvor hatte sie sich einer sehr aufwändigen Evaluation durch das IVA unterzogen. 182 Fragebereiche galt es zu beantworten. Die KD-Bank erreichte den Spitzenplatz durch ihr gutes Abschneiden in drei Kategorien:

  • Nachhaltigkeit der Bank
  • nachhaltiges Produktangebot
  • nachhaltiges Kreditangebot
Siegel Capital

Die Story hinter dem Siegel

Herr Müller, hinter der exzellenten Bewertung steckt ja jede Menge Arbeit. Warum hat das Umweltteam der KD-Bank diese Mühen auf sich genommen?

Die Teilnahme an Befragungen und Studien ist für uns ein wichtiger Baustein unserer Kommunikation und entspricht unserem hohen Anspruch an Transparenz. Außerdem ist sie selbst ein wesentlicher Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsmanagements, bei dem wir die Bedürfnisse und das Urteil unserer Stake-Holder immer im Blick haben. Bei Befragungen wird die Perspektive der Verbraucherinnen und Verbraucher sowie Kunden verdichtet und wir können sehen, wo wir im Vergleich zu anderen Banken stehen. Das hilft uns dabei, unsere Prozesse weiterzuentwickeln und uns zu verbessern.

Welche wichtigsten Fortschritte konnten in den drei vom IVA untersuchten Kategorien in den letzten zwölf Monaten erzielt werden?

Im vergangenen Jahr haben wir allem voran unsere Nachhaltigkeitsberichterstattung ausgebaut und optimiert. Neu waren die darin erstmals integrierten Ergebnisse von Untersuchungen, die die Bank im Rahmen der „Klima-Selbstverpflichtung des deutschen Finanzsektors“ gemeinsam mit renommierten Partnern durchgeführt hat. Mit der Selbstverpflichtung hat die Bank zugesagt, Methoden zur Messung der Klimaauswirkungen der Eigenanlagen und des Kreditportfolios zu entwickeln und eine Steuerung im Einklang mit den nationalen und internationalen Klimazielen einzuführen. Die entsprechenden Angaben haben wir nun in unsere Berichterstattung aufgenommen.

Was haben die Kundinnen und Kunden von einer solchen Befragung?

Sie bekommen einen objektiven Eindruck, wo sich die Bank im Vergleich zu anderen Banken befindet. Wenn es dabei um Nachhaltigkeit mit Fokus auf kompetente Beratung und Betreuung geht, ist unser Anspruch, in der Spitzengruppe vertreten zu sein. Dass wir bei der Untersuchung des Magazins Capital vorne liegen, sehen wir als Anerkennung für eine langjährige Strategie und für viele Bausteine und Projekte, die wir bereits gut umgesetzt haben. Das freut uns und motiviert uns, den Weg zu einer klimaneutralen Kirche und Sozialwirtschaft gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden weiterzugehen.

Mehr erfahren!

Nach einem zweiten Platz bei einer großen Umfrage des Wochenmagazins stern im Herbst 2022 ist das Ergebnis für die KD-Bank mehr als ermutigend. Nachhaltigkeitsmanagement bleibt bei uns ein kontinuierlicher Prozess. In diesem Sinne geht es auch weiter.
Wer sich näher über bisher Erreichtes informieren will, kann unter dem Menüpunkt Nachhaltigkeit fündig werden, beispielsweise zum Aspekt Corporate Governance.

Im media hub von RTL Deutschland gibt es übrigens eine kurze, aber aussagekräftige Zusammenfassung des vier Seiten umfassenden Artikels in der Printausgabe von Capital.

Zum gekürzten Bericht

KinderZukunftsFonds: Mitgestalter sein

Jugendrat gestaltet aktiv mit

Den KinderZukunftsFonds kennzeichnet eine Besonderheit: Ein Jugendrat gestaltet ihn aktiv mit. Ratin Sazedul gehört zu den derzeit 15 Mitgliedern. Warum er sich als junger Mensch im Jugendrat engagiert und was ihm dabei wichtig ist, erläutert unser Beitrag.

Ratin Sazedul

Mitgestalter sein

Ratin Sazedul hat sich entschieden, mitzuentscheiden. 2022 sagte er seine Mitarbeit im Jugendrat des KinderZukunftsFonds zu. Die Kindernothilfe hatte ihn angeworben. Das große christliche Hilfswerk kannte er bereits durch seine Mitarbeit in einem weiteren Jugendgremium.

„Außerdem interessierte mich, wie sich ein Investmentfonds und die Rechte von Kindern zusammenbringen lassen“, erzählt der gebürtige Heidelberger, Jahrgang 2004. Den Initiatorinnen – der Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) und der Kindernothilfe – war es bereits bei den ersten Gesprächen über einen neuen Fonds wichtig, junge Menschen in dessen Ausgestaltung einzubinden.

"Es ging uns darum, ihre altersspezifische Sichtweise, ihre Erwartungen und ihr Verständnis von Kinderrechten zu integrieren“, so Dr. Ekkehard Thiesler, Vorstandsvorsitzender KD-Bank. Auch über den Grad ihrer Partizipation sollten sie bestimmen. Das Ergebnis: ein autark arbeitendes Gremium, dem – Stand Anfang 2024 – insgesamt 15 Mitglieder im Alter zwischen 14 und 28 Jahren angehören. Zwei von ihnen sind im Kriterienausschuss vertreten, diskutieren und entscheiden dort mit.

6 Gründe

für ein Engagement im Jugendrat des KinderZukunftsFonds

  • Partizipationsrechte der jungen Generation nutzen
  • Mitwirken am großen Thema soziale Gerechtigkeit
  • Die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen einbringen
  • Vernetzen mit Expertinnen und Experten aus der Finanzbranche und von gemeinnützigen Organisationen
  • Austausch mit Gleichaltrigen zu wichtigen Zukunftsthemen
  • Blick über den eigenen Tellerrand von Schule und Ausbildung

Neue Themen und Kontakte

Ein Jahr lang vertrat Ratin Sazedul seine Altersgenossen im Ausschuss. Inzwischen wirkt er ausschließlich im Jugendrat mit. „Durch das Engagement für den Fonds habe ich viel Neues erfahren, beispielsweise was es mit Fair-Trade-Siegeln in der Kakaobranche auf sich hat. Außerdem habe ich sehr viele interessante Menschen mit vielfältigen beruflichen Hintergründen und Blickwinkeln kennengelernt“, sagt der VWL-Student im dritten Semester. Schon in der Schulzeit beschäftigte ihn die Frage, wie Menschen zu Entscheidungen gelangen – insbesondere im Kontext von sozialer Gerechtigkeit. Auf der Suche nach Antworten las er Publikationen verschiedener Nobelpreisträger.
Unterschiedliche Sichtweisen seien sinnvoll, um ein Thema richtig zu erfassen und eine qualifizierte Entscheidung zu treffen, ist er überzeugt. Das gelte auch für Anlagekriterien von Fonds. Eine Gefahr, dass viele Blickwinkel vom klaren Kurs – nachhaltig und im Sinne nachfolgender Generationen – ablenkten, sieht er nicht. „Mir ist kein Beispiel aufgefallen, bei dem eine Entscheidung für die Weiterentwicklung des Fonds nicht kohärent getroffen wurde“, so Ratin Sazedul.

Nach den eigenen Möglichkeiten engagieren

Zur Gremienarbeit möchte er selbst eine eher zurückhaltende, realistische Sichtweise beitragen. Diese Rolle nahm er auch ein, als der Jugendrat darüber diskutierte, ein zusätzliches Team für organisatorische Aufgaben zu wählen. „Eine weitere Wahl schien mir kontraproduktiv. Wir haben uns letztlich auch dagegen entschieden. Die gemeinsam beschlossene Lösung lautet nun: Jede/jeder hilft nach ihren/seinen Kapazitäten bei organisatorischen Sachen mit.“
Diese Freiheit schätzt er auch bei seinem Engagement für den Jugendrat: „Wenn eine Prüfung ansteht, haben alle Verständnis dafür, dass ich dann etwas kürzertrete oder bei einem der wenigen Treffen, die in Präsenz stattfinden, nur online zugeschaltet bin.“ Auf wenige Tage im Monat schätzt er den Aufwand für den Jugendrat. Dadurch bleibe ihm noch Zeit für seine vielfältigen Interessen und seine weiteren ehrenamtlichen Projekte.

Nachhaltigkeit in Ihrer KD-Bank

Status Quo

DNK-Erklärung 2022 veröffentlicht

Seit dem Jahr 2017 berichtet die KD-Bank regelmäßig freiwillig nach dem anerkannten Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Die DNK-Erklärung für das vergangene Jahr 2022 finden Sie hier.

Neu: Klimaauswirkungen der Eigenanlagen und des Kreditportfolios messen
Neu in der DNK-Erklärung sind die Ergebnisse der Untersuchungen, die die Bank im Rahmen der „Klima-Selbstverpflichtung des deutschen Finanzsektors“ gemeinsam mit renommierten Partnern durchgeführt hat. Mit der Selbstverpflichtung hat die Bank zugesagt, Methoden zur Messung der Klimaauswirkungen der Eigenanlagen und des Kreditportfolios zu entwickeln und eine Steuerung im Einklang mit den nationalen und internationalen Klimazielen einzuführen.

Klimaauswirkungen der Eigenanlagen

Als Einstieg in die Messung der Klimaauswirkungen der Eigenanlagen arbeitet die KD-Bank mit Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) zusammen und hat ein externes ESG-Screening und eine Paris-Alignment-Analyse für die Eigenanlagen der KD-Bank durchgeführt. Als wesentliche Ergebnisse wurde festgestellt, dass der relative CO2-Fußabdruck (Scope 1 & 2) der KD-Bank im Jahr 2022 bei 7,8 t/CO2 pro 1 Mio. Euro Investment lag. Die prognostizierten Emissionen des Portfolios liegen bis 2033 unter den Vorgaben der EKD-Klimaschutzrichtlinie aus dem Jahr 2022. Bis 2046 unterschreiten die Emissionen die Vorgaben für eine „Paris-aligned Benchmark“ im Sinne der EU-Benchmarkverordnung; das so genannte „Warming Potenzial“ liegt aktuell bei 1,6 Grad.

Klimaauswirkungen der finanzierten Immobilien

Für die finanzierten Immobilien im institutionellen Bereich hat die Bank mit „right. based on science“ und Urbanomy anerkannte Experten für wissenschaftsbasierte Klimametriken und Auswirkungsanalysen gefunden, die auf Basis der vorliegenden Immobiliengutachten und mithilfe des so genannten XDC-Modells eine Portfoliobetrachtung der Klimaauswirkung ermöglicht haben. Als Ergebnis wurde errechnet, dass das Portfolio der 277 untersuchten Immobilien durchschnittlich auf einem 2,5 Grad-Ziel liegt. Die mit Blick auf die Pariser Klimaziele besten Immobilien erreichen ein 1,7 Grad-Ziel. Die schlechtesten sind auf einem 4,9 Grad-Pfad unterwegs; hier sehen wir einen akuten Handlungsbedarf für die Eigentümer und die Betreiber aber auch für die Kostenträger und die Bank.

Portrait Christian Müller

Handlungsbedarf identifiziert
„Die Ergebnisse der Untersuchungen überraschen uns nicht und unterstreichen, dass die Divestmentstrategie wirkt, die die Bank mit dem KD-Nachhaltigkeitsfilter eingeschlagen hat. Im Bereich der finanzierten Immobilien in der Sozialwirtschaft sehen wir Handlungsbedarf bei unseren Kunden, die die CSR-Berichterstattung auf- und ausbauen müssen und natürlich auch bei den Kostenträgern, die dringend Mittel für die Finanzierung von Klimaschutzmaßnahmen in der Sozialwirtschaft bereitstellen müssen“, kommentiert Christian Müller, Bereichsdirektor Vorstandsstab, Kommunikation & Nachhaltigkeitsmanagement die Untersuchung.

Die Pflicht als Chance nutzen

Leitfaden für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Gesundheitseinrichtungen

Einen systematisch erstellten Bericht zum Vorankommen bei den Nachhaltigkeitszielen erstellen – das ist für Unternehmen der Gesundheitswirtschaft eine große Herausforderung. Wo anfangen? Ein neuer von der KD-Bank unterstützter Leitfaden soll ihnen den Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung erleichtern.

Dortmund. Krankenhäuser, Medizinische Versorgungszentren und ambulante Versorgungsdienste, Anbieter von präventiven und gesundheitsfördernden Leistungen sowie Rehaeinrichtungen sind längst aktiv, sich nachhaltiger aufzustellen. Sie rüsten ihre Heiz- und Klimaanlagen auf einen energieeffizienteren Betrieb um, optimieren ihre Abläufe und externe Services hinsichtlich Ressourcenverbrauch und Abfallvermeidung und vieles mehr. Das alles erfolgt im laufenden Betrieb und unter erschwerten Bedingungen: Denn in allen Sektoren fehlt es an Personal und finanziellen Möglichkeiten.

Der Druck steigt weiter. Die EU fordert: Bis 2026 müssen die meisten Gesundheitseinrichtungen einer bestimmten Personalstärke und Umsatzhöhe einen Bericht über den Status und geplante Fortschritte ihres Nachhaltigkeitsmanagements vorlegen. Diese erste Erklärung betrifft bereits das Jahr 2025. Binnen weniger Monate gilt es also, die Maßnahmen pro Nachhaltigkeit zu systematisieren, eine strategische Ausrichtung zu fixieren und ein Modell für die Prozesse des Nachhaltigkeitsmanagement aufzusetzen – zum Beispiel gemäß dem Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Die Berichterstattung ist dann Teil des Jahresabschlusses und vom Wirtschaftsprüfer zu testieren.

Branchenkenner als Wegbegleiter
Der seit November 2023 verfügbare „Leitfaden für das Erstellen einer DNK-Erklärung für Gesundheitseinrichtungen“ soll hierbei Starthilfe geben und das zeitnahe Handeln unterstützen. Beraterinnen und Berater für die Gesundheitswirtschaft sowie Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Gesundheitseinrichtungen haben ihre Kenntnisse zu den spezifischen Herausforderungen der Branche zusammengebracht und eine selbst für Laien gut verständliche Anleitung für die DNK-Berichterstattung erarbeitet. Federführend waren dabei Prof. Dr. Marcus Sidki, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der RPTU – Technische Universität Kaiserslautern-Landau und an der Hochschule Ludwigshafen, und Prof. Dr. Björn Maier, Prodekan und Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Dualen Hochschule Mannheim, der sich im Projekt auch im Namen und als Vorstandsvorsitzender des Deutschen Vereins für Krankenhaus-Controlling e. V. (DVKC) einbrachte. An der Seite der beiden Gründer und Leiter des IMCOG-Instituts unterstützte die Bank für Kirche und Diakonie (KD-Bank) die Arbeit und die Veröffentlichung des Leitfadens.

Komplexes verständlich darstellen
„Von unseren Kunden kirchlicher und diakonischer Einrichtungen wissen wir, wie dringend der Gesundheitssektor Unterstützung bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung braucht. Der Leitfaden soll allen dort angesiedelten Unternehmen einen schnellen Einstieg in ein berichtsfähiges Nachhaltigkeitsmanagement ermöglichen, Hintergründe und Erfordernisse verständlich erklären sowie Handlungswege und Chancen der Nachhaltigkeitsberichterstattung aufzeigen“, sagt Dr. Ekkehard Thiesler, Vorstandsvorsitzender KD-Bank.

Apropos schneller Einstieg in die Berichterstattung: Das Autorenteam liefert im Leitfaden einen Überblick, welche Schritte mit Blick auf die nahe Frist zur Berichtspflicht zu erledigen sind. Mit dem klaren Bekenntnis der Geschäftsführung, die Berichterstattung anzugehen, legt eine Gesundheitseinrichtung bereits den ersten Schritt zurück. Die weiteren neun Schritte sind ebenfalls klar umrissen und praktikabel.

Was gibt der DNK vor? Wie ist er zu verstehen? Welche nationalen und europäischen Direktiven sowie internationale Nachhaltigkeitsziele berücksichtigt er? Dazu informiert der neue Leitfaden verständlich und umfassend. Außerdem stellt er die 20 Kriterien des DNK vor und erläutert, was diese für die Gesundheitsbranche konkret bedeuten und wie sie sich in der Berichterstattung berücksichtigen lassen. Hier geht es um Handlungsfelder und Chancen im Sinne der ökologischen, der sozialen und der von der Unternehmensführung beeinflussten Nachhaltigkeit.

Das Wesentliche erkennen und tun
„Ein zentrales Kapitel des neuen Leitfadens ist das zur Wesentlichkeitsanalyse“, sagt Sidki. Dabei untersuchen die Unternehmen, welche Handlungsfelder für ihr individuelles Nachhaltigkeitsmanagement die größte Hebelwirkung haben. Sie ermitteln, wo sie im Zusammenhang mit der Berichterstattung vorrangig tätig werden wollen – immer auch unter dem Blickwinkel der Machbarkeit. Denn Faktoren von außen – wie Klimakatastrophen oder eine Energieverknappung – können die Unternehmen nicht beeinflussen, sondern lediglich mit Anpassungen darauf reagieren. „Für die Analyse der für sie wesentlichen Nachhaltigkeitsaspekte müssen Gesundheitseinrichtungen ihre internen und externen Anspruchsgruppen einbinden. So ist es vorgeschrieben. Der Einbezug der Stakeholder beugt Betriebsblindheit vor und hilft, auch deren Erwartungen in einem frühen Stadium der Berichterstattung einzubinden“, sagt Sidki.

Für die Wesentlichkeitsanalyse wird in Kürze ein unterstützendes Hilfsmittel verfügbar sein. Das IMCOG-Institut, die KD-Bank und weitere Partner haben in diese Innovation investiert und bieten damit eine neuartige Unterstützung für Organisationen aus unterschiedlichen Branchen an. Die Gesundheitswirtschaft zählt zu den ersten, für die spezifische Daten erhoben werden.

Über den Tellerrand blicken
„Bei der Arbeit am Leitfaden für Gesundheitseinrichtungen war es uns wichtig, die spezifischen Herausforderungen an die Gesundheitsbranche zu berücksichtigen“, sagt Maier. Im Projektteam waren namhafte Kliniken vertreten, die nachahmenswerte Erfahrungen mit ihrem Nachhaltigkeitsmanagement einbrachten und den Leitfaden auf Praktikabilität überprüften. „Außerdem haben wir einzelne Kriterien des DNK vertieft – mit einigen für das Gesundheitswesen ganz besonders wichtigen Handlungsfeldern. Gerade wenn es um neue oder optimierte Leistungen und Angebote in der Prävention, Kuration und Versorgung sowie Rehabilitation geht, können Gesundheitseinrichtungen einen erheblichen Beitrag zur Nachhaltigkeit leisten. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung eröffnet ihnen außerdem Chancen, ihre besondere Bedeutung für ihr regionales Umfeld und für Bildungsangebote zu Gesundheit und Soziales aufzuzeigen. Auch dazu informiert und ermutigt der neue Leitfaden“, erläutert Maier.

In 10 Schritten zur DNK-Berichterstattung

  1. Die Geschäftsführung entscheidet sich explizit für die Berichterstattung.
  2. Verantwortlichkeiten werden geklärt, ein Projektteam gegründet.
  3. Gemeinsam legen es die Vorgehensweise, die Ressourcen, …
  4. den Zeitplan und Meilensteine für die Berichterstattung fest.
  5. Die Teammitglieder erhalten konkrete Aufgaben zu den DNK-Themen.
  6. Dafür erforderliche Daten werden gesammelt.
  7. Aktuelle Errungenschaften und Ziele bei der Nachhaltigkeit werden ermittelt, …
  8. in eine DNK-Erklärung implementiert …
  9. und auf der DNK-Website hochgeladen.
  10. Der DNK erkennt die Erklärung als vollständig an -> Es erfolgt die Aufnahme in die DNK- Datenbank.

DNK-Leitfaden.pdf

DNK-Berichterstattung Gesundheit 10 Schritte
Ekkehard-Thiesler-KD-Bank-Nadine-Malszkorn

Soziales Wirken publik machen

Chancen der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Diakonische und kirchliche Unternehmen haben ambitionierte Ziele bei der ökologischen Nachhaltigkeit. Was deren „soziale Seite“ betrifft, sind sie durch ihre Aufgaben zum Wohl unzähliger Menschen per se gut aufgestellt. Inwiefern die Nachhaltigkeitsberichterstattung die Leistung der Sozialwirtschaft transparent machen kann, erläutert Prof. Dr. Thorn Kring vom Münster Institut für Nachhaltigkeitsmanagement (MINAM) im Gespräch mit Perspektiven.

Herr Professor Kring, Sie sind bei Unternehmen der Sozialwirtschaft, auch im Bereich Kirche und Diakonie, in verschiedene Projekte zur Nachhaltigkeitsberichterstattung eingebunden. Wie kommen diese Unternehmen Ihrer Einschätzung nach voran?

Prof. Thorn Kring: Zunächst eine Vorbemerkung: Weder für den Bereich Kirche noch für die Diakonie gilt die gesetzliche Berichtspflicht bereits. Für Unternehmen in der Diakonie, die zwei der nachfolgenden Kriterien erfüllen –mehr als 250 Mitarbeitende, Umsätze von mehr als 40 Mio. Euro oder eine Bilanzsumme von mehr als 20 Mio. Euro – kommt diese definitiv im Jahr 2026. Für kirchliche Einrichtungen ist sie derzeit nicht angedacht, außer für GmbHs, die ebenfalls zwei der angeführten Kriterien erfüllen. Diakonie und Kirche haben außerdem eine unterschiedliche Ausgangssituation.

Betrachten wir zunächst die Diakonie. Wie ist hier der Stand auf dem Weg zu einer Nachhaltigkeitsberichterstattung?

Bei den ökologischen Aspekten der Nachhaltigkeit hat die Diakonie in den letzten beiden Jahren schon gute Grundlagen für eine Berichterstattung geschaffen – weniger getrieben durch die allgemeine Debatte zu Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel. Motiviert hat sie vielmehr die Notwendigkeit, den Ressourcenverbrauch – Strom, Wärme etc. – aus betriebswirtschaftlichen Gründen zu senken. Was die weitere, soziale Komponente von Nachhaltigkeit betrifft, steht sie generell gut da, denn „sozial“ ist ihr Kernauftrag. Bislang hat sie hier aber eher nur kommuniziert, welche sozialen Leistungen sie erbringt, weniger, was sie damit alles für die Gesellschaft erreicht: in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Kitas etc.

Portrait Prof. Dr. Thorn Kring

„Nachhaltigkeitsmanagement und -berichterstattung bieten große Chancen: In einem gesellschaftlich äußerst relevanten Thema können Kirche und Diakonie ihre vielfältigen sozialen Leistungen stärker sichtbar machen – auch für die Mitarbeitenden. Ihre christliche Hoffnungsperspektive kann zum Motor einer nachhaltigen Bewegung werden.“ Prof. Dr. Thorn Kring, Institut für Nachhaltigkeitsmanagement, Münster

Woran liegt das aus Ihrer Sicht?

Dass die Darstellung ökologischer Nachhaltigkeitsaspekte bislang die Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit bestimmt, mag darin begründet sein, dass diese Aspekte auch im Mittelpunkt der öffentlichen Auseinandersetzung stehen. Die soziale Dimension steht im Schatten dieser Diskussion. Aber auch im Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK), der die Grundlage für eine Nachhaltigkeitsberichterstattung liefert, findet sich keine Rubrik, unter der die sozialen Leistungsbeiträge der Sozialwirtschaft für die Gesellschaft explizit thematisiert werden. Da werden zwar Sozialleistungen in Bezug auf die eigenen Mitarbeitenden abgefragt, aber nicht die Leistungen aus dem eigentlich Kerngeschäft der Diakonie: für Kinder, Pflegebedürftige, Kranke und die vielen weiteren Hilfesuchenden. Diese Lücke gilt es in der Nachhaltigkeitsberichterstattung der Diakonie zu füllen.

Und wo stehen derzeit die Kirche und ihre Einrichtungen, für die die Berichtspflicht ja in den allermeisten Fällen nicht einmal ansteht?

Hier gab es in den letzten Jahren ein großes Engagement hinsichtlich der Datensammlung. Ausgehend von Initiativen von EKD und Landeskirchen und dem Anspruch „Bewahrung der Schöpfung“ wurden in den kirchlichen Unternehmen bereits wichtige Voraussetzungen geschaffen, um den Ressourcenverbrauch und die Maßnahmen für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel zu erfassen. Zu nennen sind hier die Initiativen „Grüner Hahn“ oder die Unterstützung lokaler Gemeinden bei der Erfassung der Ressourcenverbräuche durch das „Grüne Datenkonto“. Was die sozialen Aspekte der Nachhaltigkeit betrifft, gibt es hier allerdings das gleiche Phänomen wie in der Diakonie: eine Zurückhaltung, aufzuzeigen, was die kirchlichen Leistungen tatsächlich alles Gutes bewirken.

Heißt das: Die Herausforderung einer Nachhaltigkeitsberichterstattung könnte auch zwecks Imagepflege genutzt werden?

Klares Ja. Sie ist eine Chance, herauszustellen, wie deutlich sich Kirche zu ökologischer Nachhaltigkeit verpflichtet und was Kirche im Sozialen konkret leistet. Die ökologischen Ziele, die die Synoden ausgegeben haben, sind nicht durch gesetzliche Vorgaben motiviert, sondern finden ihre Begründung in einem christlichen Welt- und Menschenbild und stehen im Einklang mit dem Kurs der Europäischen Union: Beispielsweise zielen die kirchlichen Unternehmen darauf, die Treib-hausgasemissionen bis 2035 um 90 % zu senken, danach jährlich um einen weiteren Prozentpunkt. Ein weiteres Ziel ist das Erstellen einer EKD-Klimabilanz mit sehr konkreten Vorgaben für die Landeskirchen und nach einem standardisierten Schema. Voraussetzung hier ist ebenfalls eine systematische Datenerfassung. Auf Kirchenkreis- und Landesebene wurden außerdem Stellen für Umweltbeauftragte geschaffen. In einzelnen Kreisen wird bereits ein fester Prozentsatz der Haushaltsmittel für klimapolitische Maßnahmen abgestellt …

Zurück zum sozialen Aspekt von Nachhaltigkeit. Wie lässt sich der überhaupt messen?

Eine etablierte Methode untersucht vier Aspekte: 1. Welcher Aufwand wird erbracht, also wie viel Personal, welche Gebäude und welche Ressourcen werden aufgewendet (Input)? 2. Welche Angebote resultieren daraus, beispielsweise Pflegeplätze oder Krankenhausbetten (Output)? 3. Was wird damit bei den Zielgruppen bewirkt, konkret: Wie viele Jugendliche werden in den Arbeitsmarkt integriert (Outcome)? 4. Inwiefern gelingt es mit den Leistungen, ein gesellschaftlich virulentes Problem zu lösen, beispielsweise die Alterseinsamkeit (Impact)? Mit den ersten drei Aspekten haben wir uns bereits in unseren aktuellen Projekten intensiver auseinandergesetzt, wobei manche Kennzahlen schwer zu erfassen sind. Der DNK-Leitfaden bietet im Abschnitt Produkt- und Innovationsmanagement geeignete Anhaltspunkte, um die so erfassten sozialen Leistungsbeiträge transparent abzubilden.

Inwiefern können Unternehmen in Kirche und Diakonie ihr Engagement für die soziale und ökologische Nachhaltigkeit transparenter machen?

Konkret bietet der DNK-Leitfaden für die Freie Wohlfahrtspflege eine gute Orientierung für einen systematischen Nachhaltigkeitsbericht, der zudem auch die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Aus bisherigen Projekten in Kirche und Diakonie lässt sich festhalten: An diesem Leitfaden können sich gerade auch Einsteiger sehr gut orientieren. Er zeigt auf, wie Nachhaltigkeit strategisch verankert werden kann, welche Managementprozesse angepasst werden sollten und wie die ökologischen und sozialen Nachhaltigkeitsleistungen abgebildet werden können. Gerade für die diakonischen Unternehmen ist er auf dem Weg zur Nachhaltigkeitsberichterstattung sehr nützlich, selbst wenn sich einige Schlussfolgerungen nicht einfach umsetzen lassen – Stichwort: Investitionen in die energetische Ertüchtigung von Gebäuden, für deren Refinanzierung die Politik erst noch die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen muss. Außerdem gibt der Leitfaden wertvolle Impulse, wo Sozialunternehmen besser werden können.

Welche zum Beispiel?

… den Impuls zu prüfen, wo sie bei ihren Leistungen für die eigenen Mitarbeitenden und hinsichtlich der Wahrnehmung als attraktiver Arbeitgeber stehen und wo Handlungsbedarf besteht. Gemäß gesetzlicher Anforderungen und DNK-Leitfaden sollen die diakonischen Unternehmen berichten, welche Leistungen sie für ihre Mitarbeitenden erbringen. Hier geht es um soziale Aspekte wie die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte, wie Mitbestimmung und Arbeitsschutz, Chancengerechtigkeit, zu denen unter anderem Diversität, flexible Arbeitszeiten und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zählen, sowie Maßnahmen der Qualifizierung. Ein Nachhaltigkeitsbericht bietet diakonischen Unternehmen Anknüpfungspunkte, jene Merkmale herauszustellen, die die eigene Arbeitgeberattraktivität untermauern. Sie können hier zeigen, welche Erfolge sie in puncto Zufriedenheit und Bindungsbereitschaft der Mitarbeitenden bereits generiert haben.

Inwiefern zeigt der Leitfaden auch Lücken bei der ökologischen Seite von Nachhaltigkeit auf?

Wir haben in den Sozialunternehmen viele Daten, die den Ressourcenverbrauch erfassen, aber die Übertragung in eine CO2-Bilanz ist schwierig. Im Markt gibt es verschiedene Anbieter, die Unternehmen branchenspezifisch dabei unterstützen. Die EKD bietet den Landeskirchen in Kooperation mit der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft e. V. bereits eine Erfassungs- und Ermittlungsmethode an. In der Diakonie gibt es ein vergleichbar von zentraler Stelle koordiniertes Vorgehen meines Wissens bislang noch nicht. Aber es gibt erste Piloten und Angebote, die dabei helfen, CO2-Bilanzen mit Fokus auf die Immobilien oder die spezifischen Anforderungen eines Krankenhauses zu erstellen.

Klingt nach einem großen Aufgabenpaket, um im Sinne einer Nachhaltigkeitsberichterstattung beziehungsweise eines Nachhaltigkeitsmanagements voranzukommen! Wie gehen Kirche und Diakonie dies am besten an – vor allem schnell und bald?

Ganz wichtig sind meiner Ansicht nach Vernetzung, Austausch und ein moderiertes Benchmarking, also das Lernen von den Besten und von gelungenen Beispielen. Das ist, wie bereits gesagt, auf der ökologischen Seite leichter, aber auch für die sozialen Leistungsbeiträge im Kerngeschäft von Kirche und Diakonie sowie das Personalmanagement und vieles mehr möglich. Es gab und gibt viele entsprechende Plattformen für den Austausch, die unter anderem auch die KD-Bank anbietet.

Vielen Dank, Herr Professor Kring.

In 8 Schritten zur DNK-Erklärung

1.

Rahmenbedingungen klären

2.

Verantwortlichkeiten und Beteiligung bestimmen

3.

Prozess starten

4.

Daten und Informationen sammeln

5.

Strategie festlegen und Ziele definieren

6.

Kriterien und Leistungsindikatoren beschreiben

7.

DNK-Erklärung in DNK-Datenbank hochladen

8.

DNK-Erklärung prüfen lassen und veröffentlichen

Wesentlichkeitsanalyse mit digitalem Tool

Mit wenigen Klicks zum Wesentlichen

Die KD-Bank hat gemeinsam mit mehreren Partnern ein webbasiertes Hilfsmittel auf den Weg gebracht, das Kirche und Diakonie die Dokumentation ihres Engagements pro Nachhaltigkeit und somit die Berichterstattung dazu erleichtert.

Ob zur Nachhaltigkeitsberichterstattung verpflichtet oder freiwillig auf dem Weg dorthin: Europäische Unternehmen werden sich alle absehbar damit befassen müssen, welche Themen der Nachhaltigkeit sie angehen. Für Unternehmen aus Kirche und Diakonie stellt sich allerdings die Frage: Wie anfangen? Welche Prioritäten setzen? Managementprozesse oder Datenmanagement sind nicht ihr Kerngeschäft. Vielmehr erbringen sie gesellschaftlich relevante soziale Leistungen. Die Nachhaltigkeitsberichterstattung oder die Dokumentation der entsprechenden Maßnahmen stellen für sie eine große Herausforderung dar.

„Wir wollen unseren Kunden in Kirche und Diakonie den Einstieg in die Berichterstattung erleichtern“, sagt Carsten Pierburg, Direktor Vertriebs- und Produktmanagement KD-Bank. „Deshalb haben wir gemeinsam mit externen Expertinnen und Experten das digitale Tool WE-LITE entwickelt.“ Es ermöglicht einen niedrigschwelligen ressourcenschonenden Einstieg in den Themenkomplex Nachhaltigkeit. Konkret unterstützt es die sogenannte Wesentlichkeitsanalyse, den Ausgangspunkt für jede Berichterstattung. Mit dieser Erstanalyse legt jedes Unternehmen fest, welche Nachhaltigkeitsaspekte für die eigene Geschäftstätigkeit wesentlich sind und welche nicht.

Portrait Carsten Pierburg

„Bei der Nachhaltigkeitsberichterstattung sollen Unternehmen aufzeigen, für welche Herausforderungen an die Nachhaltigkeit sie Lösungen anstreben. Diese Lösungen müssen nicht sofort mitgeliefert werden. Wichtig ist zunächst, dass das Besserwerden nach einer durchgängigen Methode erfolgt. Dafür liefert WE-LITE die Basis.“ Carsten Pierburg, Bereichsdirektor, Vertriebs- und Produktmanagement

Alle drei Dimensionen von Nachhaltigkeit

Zunächst wählen die User die für sie zutreffende Branche aus einer Liste aus, beispielsweise „Soziales“ oder „Gesundheit“. Daraufhin erhalten sie eine Übersicht über die zehn Themenschwerpunkte der European Sustainability Reporting Standards (ESRS), die sich auf die Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensverantwortung (ESG) aufteilen: beispielsweise Klimawandel, Umweltverschmutzung, Arbeitskräfte in der Wertschöpfungskette, Unternehmenspolitik …
Danach bewerten die User die Bedeutung jedes Nachhaltigkeitsthemas für ihr Unternehmen auf einer Skala von 1 bis 10 nach zwei Fragestellungen:

  • Wie wesentlich ist es für das eigene Unternehmen?
  • Wie stark kann es durch dieses beeinflusst werden?

Zusätzlich zur eigenen Einschätzung ist es bei einer Wesentlichkeitsanalyse erforderlich, die Perspektive der Bezugsgruppen zu berücksichtigen. Da eine entsprechende Abfrage bei den Stakeholdern äußerst aufwendig ist, haben verschiedene Branchenexpertinnen und -experten ihre Einschätzungen der zehn ESG-Themen in die Entwicklung von WE-LITE eingebracht. Diese wurden wissenschaftlich erfasst und ausgewertet und fließen in die von WE-LITE erstellte Wesentlichkeitsmatrix ein. Diese stellt die zentralen Handlungsfelder für das jeweilige Unternehmen priorisiert dar.

Darüber hinaus liefert WE-LITE umfassende Hintergrund- und Zusatzinformationen, themenspezifische Handlungs-implikationen, Leistungsindikatoren und Werkzeuge.

Das hat Methode

WE-LITE führt Unternehmen Schritt für Schritt durch den Prozess der Wesentlichkeitsanalyse und legt die Grundlage für ein effektives und effizientes Nachhaltigkeitsmanagement. Deshalb ist es sowohl für nicht berichtspflichtige KMU als auch für berichtspflichtige Unternehmen geeignet. Lizenzen für die Erstanalyse mithilfe von WE-LITE sind seit Ende Februar erhältlich. Zwei zusätzliche Module, die die Erstanalyse vertiefen und eine mit der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) konforme Wesentlichkeitsanalyse ermöglichen, werden voraussichtlich bis Mitte 2024 zur Verfügung stehen.

Entwicklung und Verfügbarkeit von WE-LITE

WE-LITE ist das Ergebnis einer Ko-operation der KD-Bank, der Volksbank Kurpfalz, der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Solidaris, des IMCOG Instituts für Management und Controlling in der Gesundheitswirtschaft und deren Tochtergesellschaft Transformational Impact Solutions, kurz TIS. Deren Leiter Prof. Dr. Björn Maier und Prof. Dr. Marcus Sidki haben ihre wissenschaftliche Expertise zur Sozial- und Gesundheitswirtschaft in die Entwicklung des Tools eingebracht.

Mehr Informationen

Die Lizenzen für WE-LITE erhalten institutionelle Kunden der KD-Bank über ihre jeweilige Ansprechperson.

Für institutionelle Kunden

Immobilien entwickeln

Die Sozialwirtschaft hat sich ambitionierte Nachhaltigkeitsziele gesetzt. Längst ist erkannt, dass die Immobilien dabei eine zentrale Rolle spielen: Die Hebelwirkung ist groß, ebenso der betriebliche und gesellschaftliche Nutzen. Doch welche Maßnahmen sind sinnvoll, und was werden diese kosten? – Unser Angebot zur nachhaltigen Entwicklung von Immobilien hilft, Ihren Gebäudebestand zu analysieren, Ziele zu setzen und sich zukunftsfähig aufzustellen.

Immobilienbesitz im kirchlichen und sozialwirtschaftlichen Umfeld bringt einige Herausforderungen mit sich: eine hohe Komplexität, spezifische Anforderungen an die Flächennutzung, veränderte gesetzliche Vorgaben, Instandhaltungsstau u. v. m. Eine Immobilienstrategie kann Abhilfe schaffen, ist aber ohne valide Datengrundlage nur schwer zu erstellen. Hinzu kommen fehlende zeitliche und personelle Ressourcen. Somit drohen Fehlinvestitionen und Wertverlust, gerade wenn Themen wie Klimaschutz, CO2-Bepreisung, Berichtspflicht und der drohende Ausfall von Anlagen hinzukommen. Wir als Bank für Kirche und Diakonie kennen diese Herausforderungen. Gemeinsam mit unserem Netzwerk bieten wir ein Beratungsformat für Kirchengemeinden und die Sozialwirtschaft an.

Angebot aus unserem Netzwerk

Unsere Partnerinnen, die KIPS GmbH und die soleo GmbH, haben sich auf kirchliche und soziale Immobilien spezialisiert und begleiten Sie als Arbeitsgemeinschaft. Sie können sich auf die Experten mit jahrelanger Erfahrung verlassen und Ihre Herausforderungen schrittweise angehen. Das Beratungsformat gliedert sich in fünf Phasen, die aufeinander aufbauen, siehe unten.

Fünf Phasen

Komfortabler Einstieg nach Ihren Wünschen

Gemeinsam mit interdisziplinären Teams begleiten wir Sie bei allen Fragestellungen und in jeder Projektphase. Von Beginn an stehen Ihre spezifischen Rahmenbedingungen und Ziele im Fokus. In der Startphase gibt es mehrere Optionen, in die Zusammenarbeit einzusteigen: Wollen Sie beispielsweise die ersten Schritte Richtung Klimaneutralität gehen und wünschen sich Energieberatungen für Ihre Gebäude? Oder sind die Fragestellungen und konkreten Schritte zur Bearbeitung Ihres Gebäudebestands noch unklar? Ein leichter Einstieg wird über einen Workshop zur Zusammenfassung der Fragestellung und die Erarbeitung der Zieldefinition erreicht. Mit der Workshop-Dokumentation und dem Angebot erhalten Sie bereits erste Lösungsvorschläge und können diese dann schrittweise angehen.

Finanzierung sichern

Parallel zur Analyse der Immobilien betrachten wir gemeinsam mit Ihnen im Rahmen der Kreditanalyse die zugehörigen Bestandsfinanzierungen, sodass diese bei der Maßnahmenplanung berücksichtigt werden können. Gemeinsam mit Ihnen gestalten wir eine optimale Finanzierungsstruktur (inklusive Fördermitteln) und begleiten die Maßnahmen mit passenden Kreditmitteln.

KIPS
Soleo
KD-Bank Logo

Sozialer Investitionsrahmen dringend erforderlich

Offener Brief an die EU-Kommission

Die Finanzierung von bezahlbarem Wohnraum, Krankenhäusern, Pflegeheimen und Bildungsangeboten für spezielle Zielgruppen ist ungewiss. In der europäischen Regulierung zu nachhaltigen Investitionen kommen diese gesellschaftlich relevanten Aufgabenbereiche nicht vor. Die EU hat zwar einzelne ökologische Ziele in ihrer Nachhaltigkeitspolitik verankert. Doch konkrete Anreize durch einen Sozialen Investitionsrahmen stehen in Europa immer noch aus.

In einem offenen Schreiben an die EU-Kommission mahnt der Arbeitskreis Kirchlicher Investoren (AKI) zum Handeln und argumentiert: Bis 2030 müssen pro Jahr 100 bis 150 Milliarden Euro in soziale Leistungen fließen; auch das Umsetzen des Sorgfaltspflichtengesetzes benötigt jede Menge Kapital; nur so lassen sich die Menschenrechte über die gesamte Lieferkette jedes Unternehmens berücksichtigen; die geopolitischen Themen - Ukraine-Krieg und Flüchtlingsströme - erhöhen den Bedarf an sozialen Leistungen bzw. deren Finanzierung zusätzlich; demgegenüber sind immer mehr Anleger und Unternehmen bereit, in soziale Nachhaltigkeit zu investieren.

Der AKI, in dem auch die KD-Bank mitarbeitet, fordert von Brüssel aber nicht nur Definitionen und Regelungen für Investitionen in die soziale Nachhaltigkeit. Er zeigt auch Perspektiven auf, indem er verschiedene Gesetze und Verordnungen nennt, an die ein künftiger Sozialer Investitionsrahmen anknüpfen kann. So lasse sich vermeiden, das Rad der Grünen Taxonomie noch einmal neu oder über etliche Umwege zu erfinden.

Die KD-Bank schließt sich diesem konstruktiven Ansatz an und hat den Brief des AKI mit unterzeichnet - gemeinsam mit: European Association of Public Banks (EAPB), SGI Europe, CSR Europe, Bundesverband öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), Triodos Bank, Evangelische Bank, Bank für Kirche und Caritas, Bank für Sozialwirtschaft, Pax-Bank, GLS Bank und UmweltBank.

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