Selbstständigkeit und Inklusion leben lernen
„Die tiergestützte Pädagogik ist ein wichtiger Teil unserer fachlich fundierten Pädagogik und dient unserem übergeordneten Ziel: der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler“, sagt Schulleiter Axel Grothe. Neben dem Unterricht im Klassenraum – je zwei Lehrkräfte betreuen in der Regel zehn Schülerinnen und Schüler – gibt es vielfältige Angebote: zum Sporttreiben, für kreative Handarbeiten, zum gemeinsamen Singen, einen Gemüsegarten … In vielfältiger Weise fördert das Team der Ganztagsschule die Wahrnehmung, Motorik, Sprache, das Denken und Handeln ihrer Schützlinge – dem Bedarf entsprechend mit unterschiedlichen Schwerpunkten, stets mit dem Ziel, sie für ein eigenständig geführtes Leben und die Integration in der Gesellschaft zu befähigen.
Die Schule ist die einzige Förderschule im nordrhein-westfälischen Kreis Herford. Sie liegt direkt im Zentrum von Lippinghausen, einem Ortsteil von Hiddenhausen, und ist so eng an das kommunale Geschehen angebunden. Die Kinder durchlaufen vier Jahrgangsstufen: Unter-, Mittel- und Oberstufe sowie eine Berufspraxisstufe als Vorbereitung auf den Ernst des Lebens.
Das Ziel laute, ein passendes Anschlussangebot am Ende der Schulzeit finden. „Eine lebenspraktische Qualifikation ist so wichtig. Deshalb fördern wir unsere Schülerinnen und Schüler sehr individuell“, sagt Grothe. Das gelte sogar tagesformabhängig: „Wenn dem Fahrer im Schulbus etwas Außergewöhnliches auffällt oder wir im pädagogischen Team feststellen, dass eine Schülerin oder ein Schüler kurzfristig besondere Aufmerksamkeit benötigt, stimmen wir uns zu einer passenden Maßnahme ab. Wir haben es in der Schule mit einem breiten Spektrum an individuellen Förderbedarfen zu tun: von Autismus bis Traumatisierung. Da helfen allgemeingültige Lösungen oft nicht weiter.“
„Unser tägliches Handeln und Arbeiten ist geprägt vom christlichen Menschenbild und von christlichen Werten. Im Bewusstsein dieses diakonischen Selbstverständnisses leben wir Schule“, lautet ein Leitsatz im Johannes-Falk-Haus. Steigende Anmeldungszahlen bestätigen das stimmige Bildungskonzept der Förderschule. Mit inzwischen rund 300 Schülerinnen und Schülern war der 1981 eröffnete Gebäudekomplex zu klein geworden. Ein Teil der Infrastruktur war in die Jahre gekommen.